Chevrolet Firenza Can-Am: Mini Muscle Car mit Z28 Motor

Zu seiner Zeit, Anfang der 70er Jahre, war dieses kleine Muscle Car ein Ferrari Schreck.

Das US amerikanische V8 Motoren in britischen Chassis landen hat lange Tradition. Ford Small Block Motoren trieben den Sunbeam Tiger und den Jensen Interceptor an und die Big Blocks unter anderen die AC Cobra. Chevrolet Motoren landeten in diversen Vauxhall Modellen. Doch es gab auch eine Chevy/Vauxhall Kollaboration die kaum bekannt ist. Der Chevrolet Firenza Can-Am.

Auch wenn der Wagen als Chevrolet vermarktet wurde, so ist es doch ein britisches Chassis das der V8 Motor antreibt und in Süd Afrika gebaut wurde.

Der Chevrolet Firenza war im Grunde ein Vauxhall Firenza. General Motors hat bereits 1925 Vauxhall übernommen und konnte somit die Fahrzeuge weltweit vermarkten. So kamen die Vauxhalls als Chevrolets nach Süd Afrika.

Neben dem Cavalier, der aus dem Vauxhall Chevette entstand, konnte der Firenza zumindest seinen Modellnamen behalten. Wie die britische Version wurde er von einem Vauxhall 1,2 Liter 4 Zylinder oder einem Chevrolet 2,5 Liter 4 Zylinder angetrieben. Beide wurden in Südafrika gefertigt. Und dann gab es den Can-Am.

Die Südafrikanische Touring Car Legende Basil Van Rooyen ist es zu verdanken das der Can-Am gebaut wurde. Um den Ford Capri Peranna ( mit Fords Small Block V8 ausgestatteter Capri ) im South African Argus Production Car Championship schlagen zu können, baute Van Rooyen ein paar Holden V8 Motoren in Firenzas ein. Diese wurden dem GM South Africa Hauptquartier in Port Elizabeth präsentiert. Denen gefiel was sie sahen und so wurde eine Kleinserie von V8 Firenzas aufgelegt.

Ford Capri Peranna, der Hauptkonkurrent

Die Holden Motoren waren zu groß und zu schwer für die Regularien der Rennserie da diese nur maximal 5 Liter Hubraum erlaubten. Die Lösung war der Motor des Chevrolet Camaro Z28. Dieser Motor war auch sehr erfolgreich in der North American Trans-Am Serie.

 

Mit etwas über 290 PS bei einem Gewicht von nur rund einer Tonne, war der Wagen sofort Konkurrenz fähig. Mit rund 225 KMH Topspeed und 5,4 Sekunden von 0 auf 100 KMH war der kleine Chevrolet eine echte Rakete. Der 1972 Ferrari 365 GT4 war kaum schneller. Im Prinzip kann man sich einen Toyota GT86 mit der Lexus LC500 Maschine vorstellen der gleich gut beschleunigt wie ein Ferrari 812 Superfast. Zu seiner Zeit war der Firenza Can-Am eine Fahrmaschine erster Klasse.

Das Fahrwerk und die Bremsen wurden dem Motor angepasst. Das Chassis wurde verstärkt. Die Leistung wurde durch ein 4-Gang Schaltgetriebe an die, etwas überforderten, Hinterräder geliefert. Eine Diff-Sperre war ebenfalls Serie.

GM´s Marketing überlegte diverse Namen für das neue Mini Muscle Car. Schließlich wurde ‘Little Chev’ Firenza V8 übernommen. Van Rooyen sagte in einem Interview das ihm ‘Mamba’ lieber gewesen wäre.

Für Homologation Zwecke wurden 100 Stück gebaut. Wie viele davon heute noch übrig sind ist nicht bekannt. Leider konnte der Wagen nicht lange am Renngeschehen teilnehmen. Die 1973er Öl Krise machte dem breiteren Einsatz einen Strich durch die Rechnung da die Rennserie für 1973 ausgesetzt wurde. Das ändert nicht am legendären Status des seltenen kleinen Chevys heute.

Quelle: carthrottle.com